Nun wird ein Forschungsbericht veröffentlicht, der beleuchtet, wie Menschen in schwedischen Inselgemeinden Gemeinschaft, Einsamkeit und Isolation erleben. Ausgehend von der existenziellen Gesundheit zeigt die Studie, dass Zugehörigkeitsgefühl, Sinnfindung und Einsamkeit sowohl durch soziale Beziehungen als auch durch das Leben auf einer Insel und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt werden.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass
- Gemeinschaft ist eine entscheidende Quelle für Sinn, Sicherheit und Zugehörigkeit.
- Einsamkeit hat nicht primär mit physischer Isolation zu tun, sondern mit mangelnder Teilhabe und Anerkennung.
- Strukturelle Gegebenheiten – wie beispielsweise Verkehr, Gesundheitsversorgung und Treffpunkte – haben einen großen Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen.
- Kleine Gemeinschaften bergen eine Dualität, in der Nähe sowohl fördernd als auch einschränkend wirken kann.
Der Bericht wirft zudem wichtige Fragen für die öffentliche Gesundheit und die Stadtplanung auf. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass eine stabile Infrastruktur nicht nur eine technische Frage, sondern eine existenzielle Voraussetzung ist – für Zugehörigkeit, Sicherheit und die Möglichkeit, ein sinnvolles Leben zu führen. Obwohl die Studie auf Inselgemeinden basiert, lassen sich die Ergebnisse auf weiter gefasste Themen wie Einsamkeit, Gemeinschaft, existenzielle Fragen und Chancengleichheit im Gesundheitswesen in verschiedenen Gemeindetypen übertragen.
Das Projekt wurde von Margareta Bohlin, Dozentin an der Universität Göteborg, geleitet. Die Interviews führte Rose-Marie Hellén vom Nationalen Verband der Schärenbewohner. Parallel zur Veröffentlichung des Berichts feiert der VR-Film „ISOLA“ von Jonas Myrstrand (Studio Jox) Premiere. Der Film thematisiert Erfahrungen von Gemeinschaft, Einsamkeit und dem Leben auf einer Insel. Das Projekt, eine Kooperation zwischen dem Nationalen Verband der Schärenbewohner und dem Institut für Psychologie der Universität Göteborg, wird von der Schwedischen Gesundheitsbehörde gefördert. Der Bericht basiert auf Literaturstudien, Interviews und Gesprächsrunden mit Inselbewohnern ohne festen Landanschluss.
Sehen Sie sich den Trailer zum VR-Film an.
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